Windmühlenmesser - Das Handwerk

In mehr als 67 Arbeitsschritten entsteht heute ein Windmühlenmesser. Hier sind einige der wichtigsten Vorgänge erläutert.
Härten und Glühen in der „Quette“
Um eine hochqualitative langlebige Klinge zu fertigen, muß schon bei der Materialauswahl sowie beim Härten und Glühen (Anlassen) große Sorgfalt angeandt werden. Damit sich die Klingen unter der Wärme nicht verziehen, werden sie in die sogenannte „Quette“ gespannt.
Solinger Dünnschliff, Kesselscher Walkschliff
Im Dünnschliff und Walkschliff bearbeitete Klingen haben einen stabilen Rücken, gleichzeitig aber eine überaus dünne und scharfe Schneide mit hoher Schnitthaltigkeit. Sie lasen sich mit wenigen Strichen über einen Wetzstab aus Stahl oder Keramik sehr leicht nachschärfen.
Pließten (Feinschliff der Klinge)
Das „Pließten“ wird in unterschiedlichen Feinheitsstufen durchgeführt, dem „Feinpließten“ und dem „Blaupließten“. Diese Arbeitsgänge gehören seit jeher zu den aufwendigsten Techniken des Solinger Schleiferhandwerkes, von denen das Blaupließten die höchste Stufe darstellt. Die Klingen erhalten hierdurch einen feinen blauen oder regenbogenfarbenen Schimmer.
Klingenkontrolle
Die sprichwörtliche Schärfe der Windmühlenmesser zeigt sich bei der sog. „Nagelprobe“. Bei leichtem Druck auf den Daumennagel oder einen eisernen Ring zeigt sich bei der dunngeschliffenen Schneide eine kleine Welle.
„Reiden“ (Griff-Montage)
Hier werden die Klingen mit den Holzgriffen verbunden. Jeder Stift und jede Niete muß genau sitzen, damit später nichts wackeln oder sich lösen kann. Holz ist ein lebender Stoff, daher muß der „Reider“ jede Besonderheit, wie Feuchtigkeit oder Maserrichtung beachten.
„Ausmachen“ (Versäubern und Polieren)
Das Ausmachen ist eine Arbeit, bei der sowohl der sensible Umgang mit dem Material Holz als auch das präzise Herantasten an die endgültige Form maßgeblich sind. Schließlich muß der Griff am Ende kantenfrei und wie angepasst in der Hand liegen.